
20. Dezember
Mein vierter Gast in diesem Jahr ist Rüdiger Bertram, preisgekrönter Kinder- und Jugendbuchautor aus Köln, dessen Bücher ich wirklich sehr mag, besonders „Der Pfad“, „Norden ist da, wo oben ist“, „Jo und die eiligen 3 Könige“ und – ein Roman für Erwachsene: „Hummer to go“
Sebastian Haffner, Abschied (Hanser)
Ein Buch wie eine Pusteblume. Man bläst hinein und es verschwindet.
So leicht zu schreiben, ist ja immer das Schwerste überhaupt. Dem jungen Sebastian Haffner ist es 1932 mit „Abschied“ gelungen.
Haffner erzählt eine Nacht in Paris. Und über die Liebe. Vor allem über Liebe. Eine Nacht bleibt dem deutschen Rechtsreferendar Raimond Pretzel, sich in Paris von seiner großen Liebe Teddy zu verabschieden. Dann muss er zurück nach Berlin. Heute würde man Teddy ein It-Girl nennen, gut vernetzt in der Boheme und genauso pleite wie Raimond und alle ihre Freunde. Und nie allein. Sehr zum Ärger Raimonds. Immer ist da jemand und stört. Am Morgen sagen sich die beiden Adieu am Gare du Nord.
„Ein Massengrab von Abschied.“
Und ja, das darf man alles ruhig autobiografisch lesen. Raimond Pretzel ist der echte Name von Haffner und auch Teddy hat es wirklich gegeben. Und auch andere Figuren lassen sich identifizieren. Wenn man möchte, muss man aber nicht. Der schmale Band macht auch so viel Spaß.
Das Manuskript wurde von Haffners Sohn auf dem Dachboden gefunden und letztes Jahr erstmals veröffentlicht. Wer den leichten Ton von Tucholskys „Gripsholm“ und Keuns „kunstseidenem Mädchen“ mag, wird Haffners „Abschied“ lieben.
So wie ich.
Danke für diesen Tipp, lieber Rüdiger, ich freue mich auf dieses Buch von Haffner! Und ich freue mich auch auf Dein neues Buch, „Robin the Hood“, das hier schon liegt…
#marensadventskalender2025



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