
17. Dezember
Jack Finney, Von Zeit zu Zeit (oder: Das andere Ufer der Zeit), Bastei Lübbe
Ins Deutsche übertragen von Karl-Heinz Ebnet
Als ich vor kurzem mit einer Kollegin über Zeitreisen sprach, sagte sie: „Oh da habe ich mal ein tolles Buch gelesen, aber das kennt keiner außer meinem Mann und mir. Es geht um New York, da reist jemand ins 19. Jahrhundert um die Geschichte zu verändern…“, und da hatte ich sie auch schon unterbrochen: „Aber das kenne ich auch, nur dachte ich immer, außer MIR kennt das niemand!“
Nun sind wir also schon drei und vielleicht kennt es von Euch auch noch jemand, wenn nicht, lohnt es sich, es antiquarisch zu bestellen, denn es ist nicht mehr lieferbar und hat auch seinen Titel geändert (s.o)
Simon Morley, ein Zeichner ohne größeren Erfolg, bekommt (in den 70er Jahren) die Chance, in das New York des 19. Jahrhunderts zu reisen. Und zwar nicht mit einer – wie auch immer gearteten – Zeitmaschine, sondern nur durch Suggestion. Schon das ist sehr faszinierend beschrieben. Ich werde nie den Schauder vergessen, den ich fühlte, als Simon zum ersten Mal in das Jahr 1882 hinübertritt und ihm erstes auffällt, wie laut dort alles ist. Aber Simon ist ja nicht zum Spaß hier. Er soll einen geheimen Regierungsauftrag ausführen, aber es kommt alles anders. Das ist unheimlich spannend und mit aberwitzigen Wendungen erzählt.
Ich hatte mein Exemplar verliehen und nie wiedergesehen, aber jetzt habe ich ein neues gefunden und werde es mir für die Weihnachtsferien vornehmen.
#marensadventskalender2025



Margit Schlesinger-Stoll meint
Ich bin die Kollegin, mit der Maren sprach. Auch mein Exemplar kam nach dem Verleihen nicht mehr zurück, ich hoffe, es ist immerhin noch mehrfach weitergereicht worden. Das Dakota-Building nahe des Central Park spielt in dem Buch eine Rolle. Beim Lesen musste ich deshalb oft auch an John Lennon denken, der mit Yoko Ono dort gewohnt hat. Der Central Park an einem schneeverhangenen Tag sieht vielleicht heute noch aus wie 1882.
Margit Schlesinger-Stoll