
WDR Zeitzeichen. 25.07.2025. 14:43 Min.. Verfügbar bis 26.07.2099. WDR 5.
Ihre Zeitgenossen schrieben ein seltsames Lob auf ihren Grabstein: „Groß durch Geburt, größer durch ihren Ehemann, aber am größten durch ihre Nachkommenschaft.“ Sie sagten auch: „Sie war die Tochter von Heinrich, Gattin von Heinrich, Mutter von Heinrich.“
Deutlicher kann man nicht demonstrieren, dass die Zeitgenossen Mathilde durch die Männer an ihrer Seite definieren wollten. Schon als Kind wurde sie wie eine Schachfigur hin- und hergeschoben. Zweimal musste sie gemäß den politischen Interessen ihres Vaters heiraten. Das ist im Prinzip im Mittelalter nichts Ungewöhnliches, aber was Mathilde daraus gemacht hat, war eine große Leistung. Sie wurde eine der einflussreichsten Frauen ihrer Zeit und die erste Frau in England, die zur Thronerbin erklärt wurde.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Prof. Dr. Claudia Zey, Universität Zürich
- Claudia Zey: Frauen und Töchter der salischen Herrscher. Zum Wandel salischer Heiratspolitik in der Krise, in Tilman Struwe: Die Salier, das Reich und der Niederrhein, Köln 2008
- Claudia Zey: Mathilde von England, in Amalie Fößel: Die Kaiserinnen des Mittelalters. Regensburg 2011
- Karl Schnith: Kaiserin Mathilde. Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Graz 1997
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann



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